ADS - Anti-Denk-Syndrom

ADHS - Aufmerksamkeitsdefizit(Hyperaktivitäts)Störung, auch bekannt als ADS -  Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Hier geht's zwar nicht direkt um Euphemismen, oder um das Schönreden gewisser Tatsachen, hier geht's eher um die Verdrehung und Verdrängung einiger Erziehungmethoden von so manchen Eltern.
Eine kleine Geschichte aus meiner Jugendzeit:
Ich kannte mal einen Jungen, den ich nicht sonderlich mochte. Mit 12 Jahren könnte er einige physische "Wunder" vollbringen, wie z.B. mit einem Röhrenfernseher zu werfen. Ich bekam Angst vor ihm. Er nahm die starke und für ihn beruhigend wirkende Droge Retalin. Nam er die nicht, hat er seine Umgebung nicht nur physisch, sondern auch psychisch maltretiert.
Richtig "beruhigt" hat er sich bis heute noch nicht ganz, kann aber sich aber mittlerweile kontrollieren und hat auch einige Freunde. Seine Jugend - und Kinderzeit müssen für ihn eine Qual gewesen sein, denn nichtmal seine Mutter konnte in extremen Situationen Verständnis aufbringen. Er litt an echtem ADHS.

In Zeiten, in denen das Familienleben lieber im Fernsehen als zu Hause gelebt wird, gucken sich anscheinend einige Eltern die schlecht gespielten Familienprobleme im Fernsehen ab und projezieren sie auf ihr eigenes.
Die Mutter sitzt vor dem Computer, spielt ein sinnfreies Onlinespiel(darüber werde ich sicherlich noch einen Artikel schreiben ;) ) und raucht, während der Sprössling daneben sitzt und vergebens ihre Aufmerksamkeit sucht. Der Vater guckt Löcher in den Flatscreen, oder trinkt ein paar Bierchen zuviel mit seinen Kollegen bei den üblichen Verschwörungsgesprächen.
Das Kind fängt natürlich an zu quängeln, denn wer soll ihm Aufmerksamkeit schenken, wenn nicht seine Eltern? Diese fragen sich dann, was mit dem Kind los ist, geben ihm vielleicht noch einen Zucker-Snack, und gehen dann mit ihm zum Arzt, der dann bei dem Kleinen ADHS "diagnostiziert". Und schon ist alles wunderbar, das Kind bekommt die Wundertabletten und Mama und Papa können wieder vor sich hindümpeln.

Warum ist das so? Das lässt sich schwer beantworten, denn man weiß nie unter welchen Umständen die Eltern selbst aufgewachsen sind, unter welchen Umständen sie ihren Nachwuchs bekommen haben, oder welche geistigen Einschränkungen die Zeuger haben. Es gibt wahrscheinlich viele Faktoren, manche geben den Ärzten die Schuld, die den Kindern bzw. den Eltern diese Alibikrankheit verschreiben. Und genauso wie man auf jede Antwort noch ein "Warum?" setzen kann, kann man auch die Ursachen bis in den Samenleiter erkunden.
Meiner Meinung nach ist das zum Nachteil jeden Kindes , wenn die Faulheit, Ignoranz und Lieblosigkeit mancher Eltern so weit geht, dass die natürlche Aufmerksamkeit, die jedes Kind bekommen sollte, zur angeblichen Krankheit mutiert.
Würde ich mich über dieses Thema bei meinem Arzt auslassen, könnte dieser unter Umständen bei mir ebenfalls ADS feststellen ;)

Bis zum Nächsten Mal!









Kommentare:

  1. Berichtige mich, wenn ich mich irre, aber bedeutet ADS nicht eigentlich, dass man sich auf nichts wirklich konzentrieren kann? Hat doch eig nichts mit Aufmerksamkeit von Seiten der Eltern zu tun, im Sinne von 'Aufmerksamkeit suchen'. Dafür wird diese Krankheit/Störung (was denn nun korrekt ist) ja häufig als Beleidigung zweckentfremdet..

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  2. Im Grunde hast du recht, es fällt den wirklich erkrankten schwer, sich auf etwas zu konzentrieren. Die Folge daraus ist die Aufgeregtheit, Wut und Hyperaktivität, die sich noch steigern kann.
    Du hast ebenfalls recht, dass diese Krankheit zweckentfremdet und als Beleidigung für Aufmerksamkeit suchende Menschen/Kinder verwendet wird, das gibt es natürlich auch.
    Hier geht es aber um Eltern, die ihren Kindern (deren Aufmerksamkeitsbedürfnis im normalen Rahmen liegt) eine Krankheit aufbinden, um ihre eigene Faulheit etc. zu rechtfertigen.
    Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten. Wenn nicht, frag weiter :)

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  3. du hast es auf den punkt gebracht - ich will nicht wissen, wieviele der angeblichen adhs-kindern die krankheit wirklich haben und wieviele nicht und nur durch tabletten ruhig gestellt werden...
    eine schnelle und kostengünstige regelung wieder seine ruhe zu haben. warum die leute überhaupt kinder haben, wissen sie wahrscheinlich selber nicht.

    adhs ist eine fiese krankheit - für den der sie wirklich hat...

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  4. So ist es. Wie oben bereits gesagt, kenne/kannte ich jemanden, der diese Krankheit wirklich hatte und im Ernstfall ist damit nicht zu spaßen. Eine beschämende und widerwertige Art sich oder seine Kinder damit zu "schmücken", um daraus einen Nutzen zu ziehen.

    Grüße

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  5. Mal davon ab das das ein wirklich guter Beitrag ist, der erschreckt weil so wahr, ist das Problem mit dem "Eltern gucken die Krankheiten, an denen sie oder ihre Kinder angeblich leiden, aus dem Fernsehen ab" (um es mal so zu nennen) heutzutage sowieso weit verbreitet. Und nicht nur im (gestörten) Eltern-Kind-Verhältnis, auch im Verhältnis der Erwachsenen zur Welt bzw. Realität. Aber darüber kann man vermutlich nahezu endlos diskutieren...

    Ich kannte mal einen Jungen - damals war er ca. 11 Jahre alt, ich war bereits 30 - der bei meinem Vater und seiner (damaligen) Lebenspartnerin/der Mutter lebte. Ein herzensgutes Kind, aber oft schrie er rum, aß nur sehr, sehr, sehr langsam (sprang zwischendurch immer auf, machte was anderes, kam an den Tisch zurück, aß einen Happen...) und wirkte generell ein wenig unkonzentriert - sowohl bei den Hausaufgaben wie auch bei allem anderen. Meine erste Vermutung war auch, das das Kind ADHS haben könnte. Bis ich dann merkte - dadurch, das ich öfter bei ihm "baby"-sittete, wenn mein Vater & Freundin arbeiten waren und auch schon mal während die beiden über's Wochenende wegfuhrenm einige Tage am Stück bei dem Jungen war -, wie schmusebedürftig der Junge war, wie gern er einfach nur still neben mir auf dem Sofa saß, wie er auch eine halbe Stunde am Stück am Tisch sitzen und in Ruhe (und nicht übertrieben langsam) essen konnte, etc. Mir drängte sich dann doch arg die Vermutung auf, das das Kind nur deshalb immer unkonzentriert und nervös war, weil mein Vater und seine Freundin ständig im Klinch miteinander lagen, weil die beiden sich gegenseitig anschrien und dem Jungen niemals das Gefühl von Ruhe und Geborgenheit vermitteln konnten...

    Letztendlich denke ich, wird heutzutage viel zu schnell eine solche Krankheit "diagnostiziert", damit alle beruhigt sagen können: "ach so, das Kind ist krank, na dann habe ich mir ja nix vorzuwerfen!" Das Kinder generell gern rumtoben und alles gleichzeitig machen möchten, daran denken wohl viele gar nicht mehr. Als ich noch Kind war war das Gang und Gäbe, die Eltern haben trotzdem zusammen gehockt und Spaß gehabt, während wir Kinder rumgetollt sind. Da war nix mit "Pille einwerfen, Klappe halten". Die Leute machen es sich viel zu leicht.

    Genau das, was Du sagst trifft hier zu: Eltern sollten ihre Aufmerksamkeit auf das Kind richten. Es spielt dabei wirklich keine Rolle, was die Eltern durchlitten haben oder wie es ihnen als Kind ergangen ist, denn das ist Schnee von gestern. Das Hier und Jetzt zählt, und in diesem Fall das Kind allein. Dadurch, das ständig Krach um die Menschen rum ist - ob nun auf der Arbeit oder beim Einkaufen, in den Häusern oder im Fernsehen - werden alle nervös und sind gestresst. Einfach mal abschalten, dann kann sich jeder besser konzentrieren - mit der Zeit. ;)

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  6. Vielen Dank erstmal für deinen ausgiebigen Kommentar! Dein Beispiel ist nun ein Beweis mehr, welchen Einfluss das Fernsehen auf unsere faule Gesellschaft hat, die ihre Kinder lieber mit Tabletten vollpumpt, statt sich mit ihnen zu beschäftigen. Ein paar Stunden gesunde Zuneigung können eben "Wunder" bewirken.

    Dazu muss man aber sagen, dass es diese Krankheit wirklich gibt, siehe mein Beispiel oben - und das ist das schlimme daran. Ich geh doch auch nicht, weil ich sinnblildlich "keine Eier" habe, zu einer Selbsthilfegruppe für Hodenkrebs und behaupte, ich hätte diese Krankheit, um Mitleid und Anerkennung zu bekommen, statt mich mit mir selbst auseinander zu setzen.
    Sich, oder schlimmer, seine Kinder mit einer Krankheit auszustatten, die man nicht hat, um sich das Leben einfacher zu machen, ist eine widerliche Sache.

    In deinem letzten Abschnitt hast du sehr recht, es ist keine Entschuldigung, was die Eltern auch immer durchlebt haben, es als Rechtfertigung für ihre Faulheit zu nehmen - es liegt nämlich an ihnen, es besser zu machen.

    Grüße

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